Israel und Palästina – Über die Erinnerung in die Zukunft

Wir wollen gemeinsam Israel und Palästina bereisen, um uns selbst ein Bild der komplexen Verhältnisse zu machen und mit Menschen und Organisationen vor Ort ins Gespräch kommen. Unser Ziel ist es, uns mit unseren eigenen Positionen bezüglich des Israel-Palästina-Konflikts auseinandersetzen, ebenso wie mit den historischen Hintergründen und den Erinnerungskulturen beider Nationen.

Fotografie einer Bansky-Zeichnung an der Mauer
Bildungspolitische Reise nach Israel vom  28.04.-5.5.2019

Am 1. Mai 2019 wird in Israel nicht nur der internationale Tag der Arbeit gefeiert, sondern auch der„Tag des Gedenkens an Shoah und Heldentum“ begangen. Wir werden diesen Gedenktag miterleben, an dem sichtbar wird, wie die Shoah neben der persönlichen Erinnerung im kollektiven Gedächtnis des jüdischen Staates verankert ist. Wenn in Israel acht Tage später die staatliche Unabhängigkeit 1949 gefeiert wird, wird aus palästinensischer Perspektive an die Nakba (=Katastrophe) erinnert, als die die Staatsgründung in das palästinensische kollektive Narrativ eingegangen ist.

Hier wird deutlich wie das Fundament dieses relativ jungen Staates auf sich widersprechenden Erinnerungs-Säulen basiert. Auf der einen Seite das Narrativ einer phönix-gleichen „Wiederauferstehung aus der Asche“ nach Jahren der Vertreibung und Vernichtung, auf der anderen Seite das Narrativ von Vertreibung aus der Heimat, von Landnahme und Eroberung.

Wie wirken sich diese unterschiedlichen Perspektiven auf den Alltag in Israel aus? Welche komplexeren historischen Zusammenhänge und divergierenden Geschichten bleiben unter dem jeweiligen nationalen „Master-Narrativ“ verborgen?

Welche Perspektiven für eine mögliche friedliche Zukunft können unter den gegebenen Bedingungen entwickelt werden? Wie sieht die gelebte Realität 70 Jahre nach der Staatsgründung aus?

Auf unserer Reise werden wir mit unterschiedlichen jüdischenn, arabischen/palästinensischen sowie jüdisch-arabischen Organisationen sprechen, die sich mit der Aufarbeitung der Geschichte, dem Ausarbeiten von Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft sowie der (lokalen) israelisch- arabischen Zusammenarbeit beschäftigen.

So wollen wir dem medial oft verzerrten, limitierten Bild des Konflikts, wie wir es aus der Ferne bekommen, die komplexen Realitäten in Israel selbst entgegensetzen.

Schwerpunktmäßig werden wir uns auf der Reise mit der Erinnerungskultur und dem Israel-Palästina-Konflikt beschäftigen, dabei aber auch generelle Einblicke in das Leben in Israel gewinnen und eine auch landschaftlich vielseitige Reise zusammenstellen mit Aufenthalten in Tel Aviv, Jerusalem und der Westbank.

Zu Besuch bei Beduinen in der Negev-Wüste

 

Geleitet wird die Reise von Hanoch Katsir und Bettina Ritter.

Hanoch Katsir lebt in Israel und engagiert sich seit Jahren in interkulturellen Begegnungs- und Austauschprojekten getragen von der Motivation, ‘seine’ Kultur anderen näher zu bringen und so zur besseren Verständigung beizutragen.

Bettina Ritter hat 5 Jahre in Israel gelebt und ist im Moment dabei sich in Deutschland zu re-integrieren. Für sie liegt der Schwerpunkt in der deutsch-israelischen Begegnungsarbeit immer darauf, ‘sich selbst über den Spiegel des Anderen zu sehen’.

Zusammen haben wir etliche deutsch-israelische Jugendbegegnungen geleitet, bevor wir begonnen haben, Reisen für Erwachsene zu organisieren, in denen es möglich ist, inhaltlich Themen zu vertiefen und einen regen Austausch innerhalb einer heterogenen Gruppe von Reisenden zu führen.

Wir freuen uns immer wieder über die Gelegenheit, zusammenzuarbeiten und einen offenen Raum der Begegnung und Horizonterweiterung zu schaffen.

Uns ist es wichtig, die Reise als gemeinsame Erfahrung zu verstehen, an der jede*r gleichermaßen beteiligt ist und in der unterschiedliche Bedürfnisse wertfrei nebeneinander Raum finden.

Voraussichtliche Reisedaten: 28.04.-5.5.2019

Teilnahmebeitrag: 1.200 Euro.

Im Preis enthalten sind Unterkunft im Mehrbettzimmer (Doppel- oder Einzelzimmer mit Aufschlag im Einzelfall möglich) inklusive Frühstück, Transport von Ort zu Ort im Minibus, Vorträge, Führungen, Unterstützug der Organisationen die wir besuchen, Begegnungen, Begrüßungsessen, teilweise Verpflegung unterwegs. Voraussichtlich werden wir eine Nacht in einer eher einfachen Unterkünften bei Beduinen in der Negev-Wüste verbringen. Die restlichen Nächte werden wir in Hostels oder AirBnB-Unterkünften in Tel Aviv, Jerusalem, event. einem weiteren Ort verbringen.

Ein Solidaritätstopf ist vorhanden, bei finanzieller Enge wendet euch bitte vertraulich an uns.

Bildungsurlaub: Auf Wunsch wird für die Reise eine Anerkennung nach dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz als Bildungsurlaub beantragt. Eine Anerkennung in weiteren Bundesländern hängt von den dortigen Richtlinien ab.

Weitere Infos, Nachfragen und Interesse-Bekundungen bitte unter: israel@iak-net.de

 

Israel 2019

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.