Honduras: Palmöl, Gold und Wasser

Ressourcenabbau und Protest

Politische Reise ca. 05.-26.09.2012

Die Mehrheit der Bevölkerung in Honduras lebt in extremer Armut. Gleichzeitig besitzt das kleine mittelamerikanische Land jedoch einen bemerkenswerten Reichtum an natürlichen Ressourcen wie Gold, Wasser, Wälder, fruchtbare Böden und tourismus-geeignete Strände. Doch innerhalb des politischen Systems findet keine Umverteilung statt. Das Erstarken der sozialen Bewegungen im Land wurde 2009 brachial mit einem Putsch unterbunden. Eine Rückkehr zur Demokratie hat seit dem de facto nicht stattgefunden. Eine breite vielschichtige Widerstandsbewegung kämpft trotz anhaltender Repression für soziale Gerechtigkeit und politische Partizipation.

Mit dem Putsch hat in Honduras jedoch eine Welle von Privatisierungen und Konzessionierungen von multinationalen Unternehmen und Firmenkonsortien eingesetzt, die mit staatlicher Gewalt durchgesetzt werden. Staudammprojekte werden auch mit deutscher Beteiligung vorangetrieben, gigantische Palmölplantagen entstehen und ganze Wirtschaftsenklaven an der Nordküste sind in Planung.

Dabei kommt es zu Vertreibungen der ansässigen Bevölkerung, was besonders indigene und Garifuna-Gruppen trifft. Doch auch so stellt sich die Frage, welche Beteiligung die marginalisierte Mehrheitsbevölkerung an diesen Megaprojekten haben kann. Viele Basisorganisationen und kommunale Radios, die sich in der Demokratiebewegung gegen den Putsch organisiert haben, widmen sich dieser Thematik.


Ziel der Reise ist es, sich mit den aktuellen Auswirkungen des Weltmarktes auf Gesellschaft und Politik der Länder des Globalen Südens auseinanderzusetzen. Dazu soll mit Angehörigen von Basisorganisationen, NGO-Mitarbeiter_innen, Aktivist_innen und Akademiker_innen vor Ort über die aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Prozesse gesprochen werden.

Welche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Einflussnahme gibt es in Honduras drei Jahre nach dem Putsch? Welche Hoffnungen und Ziele haben die Menschen trotz der anhaltenden Repression? Wie werden diese hinsichtlich des durch die Industrieländer forcierten Ressourcenabbaus beeinträchtigt? Welche Möglichkeiten einer staatlichen und gesellschaftlichen Transformation gibt es innerhalb der politischen und ökonomischen Abhängigkeit von USA und Europa? Welche basisdemokratischen Organisationsformen werden entwickelt, die auch für den globalen Norden Vorbildfunktion haben können? Ein besonderer Fokus soll dabei auch auf Indigenen Rechten, Landraub, Ernährungssouveränität, Entwicklungszusammenarbeit und Unternehmensverantwortung liegen.


Die Hauptstadt Tegucigalpa wird unsere Basis sein, um unterschiedlichste Organisationen und Institutionen in der Stadt und im ganzen Land zu besuchen: die Künstler_innen im Widerstand, Lenca-Gemeinden im Westen des Landes, Bäuer_innengewerkschaften im militarisierten Aguántal, Garifuna-Organisationen an der Karibikküste, ein kommunales Radio am Golf der Pazifikküste, Gemeinden im Protest gegen Goldabbau im Siriatal u.a.

Termin: ca. 05.-26.09.2012

Leitung: Kathrin Zeiske & Johannes Schwäbl

Kathrin Zeiske schreibt als Freie Journalistin über soziale Kämpfe und politische Prozesse in ganz Lateinamerika und speziell in Honduras. Blog: http://grenzueberschreitend.blogspot.com/

Auch Johannes Schwäbl berichtet regelmäßig über Honduras und ist nach zahlreichen Einsätzen als Menschenrechtsbeobachter heute Mitarbeiter einer indigenen Organisation in Mexiko.

Beide sind Angehörige der Hondurasdelegation, einem Kollektiv aus Aktivist_innen & Journalist_innen aus Deutschland & Österreich, das sich infolge des Putsches 2009 gründete. Blog: http://hondurasdelegation.blogspot.com/

Teilnahmebeitrag: 1.450 Euro

Weitere Informationen und Anmeldung: honduras@iak-net.de

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