Neue Formen sozial-politischen Engagements in Israel

Politische Reise nach Israel vom 24.11-01.12.2017

Wie wollen wir leben? Können wir unseren Wunsch nach politischer und sozialer Veränderung im Alltag gemeinsam leben? Lassen sich Wohnen, Arbeiten und Visionen in einer neuen Weise miteinander verbinden?

aaa_wa&91In den letzten 20 Jahren ist eine Bewegung in Israel angewachsen, die neue Antworten sucht. Altersmäßig der traditionellen Jugendbewegungen entwachsene AktistInnen entwickeln neue gemeinschaftliche Lebens- und Arbeitsformen in ‘städtischen Kibuzim’ oder ‘pädagogischen Kibuzim’ – die sog. Bewegung der Graduates (Tnuat haBogrim; תנועת הבוגרים).

Es handelt sich um eine besondere Form von Aktivismus, der sich auf Bildung und Jugendarbeit in Gegenden mit niedrigen Einkommen und sozialer Benachteiligung konzentriert und sich dem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit verschrieben hat.

So haben „Graduates“ eine Schlüsselrolle in den sozialen Protestbewegungen 2011 gespielt.

Diese heterogene Bewegung ist einerseits politischer Akteur in gesellschaftspolitischen Kämpfen, andererseits experimentieren sie selbst mit Formen neuer Ökonomie im Zusammenleben. Sie mischen sich aktiv ein in die Bildungspolitik und arbeiten im pädagogischen Bereich, gleichzeitig schult das Zusammenleben in Kommunen die eigene Konfliktfähigkeit und fordert soziale Kompetenz heraus.

In unserer Reise wollen wir verschiedene solcher Projekte vor Ort besuchen und mit den AkteurInnen selbst in Austausch treten sowie uns einen Überblick über die Bewegung verschaffen. Wie lässt sich die Situation in Israel mit der in Deutschland vergleichen? Was können wir voneinander lernen? Wo können wir uns gegenseitig inspirieren?

Die oben genannte Bewegung dient uns als Schwerpunkt, um den herum wir die Reise organisieren. Zudem werden wir uns bemühen, einen generellen Einblick in das Land und seine Komplexität zu vermitteln, z.B. über eine geo-sozialpolitische Tour durch Jerusalem. Wir werden Stätten wie Tel-Aviv, Jaffo, Jerusalem, die Festung Massada am Toten Meer, Tiv’on Galilee, einen ‘Bildungskibuz’ in Nordisrael u.a. besuchen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Geleitet wird die Reise von Hanoch Kazir und Bettina Ritter.

Hanoch lebt in Israel und engagiert sich seit Jahren interkulturellen Begegnungs- und Austauschprojekten mit dem Wunsch, ‘seine’ Kultur anderen näher zu bringen und so zur besseren Verständigung beizutragen.

Bettina hat Israel vor Kurzem nach 5 Jahren verlassen. Für sie liegt der Schwerpunkt in der deutsch-israelischen Begegnungsarbeit immer darauf, ‘sich selbst über den Spiegel des Anderen zu sehen’.

Wir freuen uns immer wieder über die Gelegenheit, zusammenzuarbeiten und einen offenen Raum der Begegnung zu schaffen.

Uns ist es wichtig, die Reise als gemeinsame Erfahrung zu verstehen, an der jede_R gleichermaßen beteiligt ist und in der unterschiedliche Bedürfnisse wertfrei nebeneinander Raum finden.

Voraussichtliche Reisedaten: 24.11-01.12.2017

Teilnahmebeitrag: ca. 1.400 Euro. Im Preis enthalten sind Vorbereitung, Flug, Unterkunft im Mehrbettzimmer (Doppel- oder Einzelzimmer mit Aufschlag möglich) mit Frühstück, Transport von Ort zu Ort, Führungen, Touren, Begrüßungsessen, teilweise Verpflegung unterwegs in Form von Picknicks. Ein Solidaritätstopf ist vorhanden, bei finanzieller Enge wendet euch bitte vertraulich an uns.

Bildungsurlaub: Auf Wunsch wird für die Reise eine Anerkennung nach dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz als Bildungsurlaub beantragt. Eine Anerkennung in weiteren Bundesländern ist damit meist unkompliziert, hängt aber von den dortigen Richtlinien ab.

Informationen: israel@iak-net.de

One response to “Neue Formen sozial-politischen Engagements in Israel”

  1. Andreas Döhrmann

    Liebe Bettina,

    ich interessiere mich für eine Teilnahme an der Reise, da sie mich thematisch anspricht, ich es mag mit dem IAK zu reisen und weil mein einziger Versuch nach Israel zu kommen vor vielen Jahren wegen der Sicherheitslage abgesagt wurde. Seid ihr schon voll ausgebucht?

    Ich bin schon etwas älter, aber eigentlich ganz verträglich Im letzten Jahr war ich mit Michael Schulte in der Ukraine und vor einigen Jahren mit dem IAK in Indonesien. Ich wäre auch gern mit Michael nach Kirgisien gefahren, aber das passt terminlich leider überhaupt nicht.

    Es würde mich freuen, wenn du mit positiven Nachricht auf diese Email antwortest.

    Liebe Grüße
    Andreas

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