Arbeitsmigration in Indonesien und Malaysia

Eine politische Reise zum Thema Arbeitsmigration in Indonesien und Malaysia (hauptsächlich in den Großräumen Jakarta und Kuala Lumpur).

Voraussichtlicher Zeitraum: ca. 25.12.12 – 15.01.13

Innerhalb der ASEAN-Region stellt Indonesien nach den Philippinen die meisten ArbeitsmigrantInnen. Jährlich verlassen im Schnitt 700.000 Menschen Indonesien, davon die Mehrzahl Frauen, um in Ländern wie Malaysia, Hongkong oder Saudi Arabien zu arbeiten.

Für den indonesischen Staat ist der massenhafte Export von Arbeitskräften attraktiv. Die von den ArbeitsmigrantInnen nach Indonesien transferierten Remittances machen ungefähr ein Drittel der gesamten aus dem Ausland kommenden Finanztransfers aus. Zusätzlich entlastet die Arbeitsmigration den nationalen Arbeitsmarkt von mehrheitlich unterqualifizierten Arbeitskräften.

Für die ArbeitsmigrantInnen sind die im Ausland in Aussicht gestellten Löhne um einiges höher als die, die sie in ihrer (zumeist ländlichen) Herkunftsregion erzielen können. Für ihre Familien und Verwandten stellen die transferierten Löhne eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle dar, mit dem beispielsweise das Schulgeld für die Kinder bezahlt oder ein kleines Stück Land gekauft werden kann. Nicht zuletzt eröffnet die Arbeitsaufnahme in einem arabischen Land für viele ArbeitsmigrantInnen die Möglichkeit, den Haddsch nach Mekka zu absolvieren.

Dass die Emigration nicht nur Vorteile bringt, wird vielen ArbeiterInnen oft erst nach der Ausreise bewusst, wenn sie mit den realen Arbeits- und Lebensbedingungen konfrontiert werden. Ausbleibende Lohnzahlungen sowie die Verweigerung grundlegender Arbeitnehmerrechte sind keine Seltenheit. In den vergangenen Jahren häufen sich zudem Berichte über Misshandlungen von ArbeitsmigrantInnen, was den Druck auf die indonesische Regierung erhöht, den Rekrutierungs- und Entsendeprozess von ArbeitsmigrantInnen stärker zu kontrollieren.

Im ersten Teil der Reise werden wir uns in der Hauptstadt Jakarta aufhalten, das zugleich das Zentrum vieler privatwirtschaftlich operierender Agencies ist, die Arbeitsmigration organisieren und daran kräftig mitverdienen.

Dabei wollen wir uns mit Regierungsinstitutionen und NGOs treffen, die sich mit Arbeitsmigration befassen und den Prozess vom Recruiting bis zur Rückkehr kritisch begleiten. Vor allem soll es jedoch auch darum gehen, direkt mit ArbeitsmigrantInnen, die entweder kurz vor ihrer Ausreise stehen oder bereits zurückgekehrt sind, ins Gespräch zu kommen. Was ist/war ihre Motivation für einen Arbeitseinsatz im Ausland und wie stellt sich die Realität aus Sicht der Zurückgekehrten dar?

Desweiteren soll im Hinblick auf das in jüngerer Zeit mehrheitlich negative Image der Arbeitsmigration diskutiert werden, weshalb die schlechte Behandlung von ArbeitsmigrantInnen im Ausland – oftmals mit nationalistischem Unterton – in der breiten Öffentlichkeit skandalisiert, die miserable Situation der ArbeiterInnen auf dem heimischen Arbeitsmarkt hingegen zumeist billigend in Kauf genommen wird.

Der zweite Teil der Reise führt uns ins Nachbarland Malaysia, wo der Großteil der indonesischen ArbeitsmigrantInnen beschäftigt ist. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Formen der Selbstorganisierung es für ArbeitsmigrantInnen in Malaysia gibt und wie sich die Auseinandersetzung mit dortigen Arbeiterorganisationen und Regierungsinstitutionen gestaltet.

IAK-Reisen setzen auf die aktive Teilnahme der Mitreisenden an Vorbereitung, Durchführung und inhaltlicher Nachbereitung der Reise. Ein rein konsumierendes Mitfahren ist nicht sinnvoll und bringt euch als Reisenden auch wenig. Außerdem ist das Programm erfahrungsgemäß nicht unanstrengend. Es soll hier also davor gewarnt werden, diese Reise mit einer entspannten Urlaubsreise zu verwechseln, auch wenn’s nach Indonesien geht, ins „Tropenparadies“. Gerade Jakarta mit seinen 15 Millionen Einwohnern, immensem Verkehrsaufkommen und langen Wegen kann am Anfang recht anstrengend sein. Dafür werden wir aber einen Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse Indonesiens und Malaysias und in die dortige politische Szene zu erhalten suchen, wie er gewöhnlichen Touristen vollkommen verborgen bleibt. Individueller Urlaub ist dann im Anschluss an das Programm möglich.

Teilnahmebeitrag: ca. 1.350-1.500 Euro. Darin enthalten sind Vorbereitung, Flug, Unterkunft und Fortbewegung in Indonesien und Malaysia.

Reiseleitung: Nils

Nähere Informationen und Anmeldung: indonesien@iak-net.de

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